Wege aus der Einsamkeit: Schluss mit dem Alleinsein

Manchmal hat man Momente im Leben, da wählt man bewusst die Einsamkeit genießt den Moment mit sich alleine. Das sind so Momente, in denen man dem Alltag entfliehen und wunderbar abschalten kann. Kein Stress durch Verpflichtungen. Keine Termine, Zeitdruck oder Lärm. Man kann ganz einfach das tun, worauf man gerade Lust hat. Oder man macht einfach mal gar nichts. Wie heißt es so schön: „Man muss auch die Einsamkeit zu genießen wissen!“

Allerdings ist es auch irgendwann gut mit der Einsamkeit. Manche Menschen sind es einfach satt, immer einsam zu sein und suchen verzweifelt Wege aus der Einsamkeit! Der Mensch ist eben nicht dafür geschaffen, alleine und abgeschottet von der Außenwelt zu leben. Um glücklich zu sein, braucht der Mensch die Kommunikation und den sozialen Kontakt zu anderen Menschen. Wege aus der Einsamkeit zu finden ist beinahe genauso lebenswichtig wie Essen, Trinken, Schlafen und Atmen. Dauerhafte Einsamkeit beschwört sogar Krankheiten herauf und erstickt jegliche Lebensfreude.

Wie entsteht Einsamkeit?

Einsamkeit entsteht vor allem dann, wenn sich im Leben eines Menschen grundsätzlich etwas verändert. Beispielsweise wenn junge Menschen erstmals von Zuhause ausziehen. Wenn Menschen ihren Wohnort oder Arbeitsplatz wechseln oder plötzlich ihren Partner verlieren. Meistens ist man in so Momenten zunächst auf sich alleine gestellt. Neue Kontakte zu knüpfen erweist sich oftmals als schwierig und braucht häufig auch so seine Zeit. Einsamkeit betrifft viele Menschen, dennoch trauen sich nur wenige, offen über ihr Problem zu reden.

Ich bin einsam – aber niemand darf das wissen!

Oftmals schämt man sich dafür, anderen gegenüber seine Einsamkeit einzugestehen und offen darüber zu reden. Einen großen Freundeskreis, Familie und Freunde sowie ein Partner zu haben entspricht nun mal der gesetzten gesellschaftlichen Norm. Gibt man offen zu, dass man keine oder nur wenige gesellschaftliche Bindungen hat und deswegen sehr einsam ist, ist die Angst bei den Betroffenen natürlich sehr groß, sich in den Augen anderer Menschen noch weiter zu degradieren. Einsamkeit ist für viele Menschen eine Qual und überdies auch noch peinlich.

Verschiedene Arten von Einsamkeit

Im Grunde genommen unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Einsamkeit. Zum einen gibt es die emotionale Einsamkeit, die man empfindet, wenn man beispielsweise keinen Partner hat und einem einfach nur ein enger Vertrauter fehlt, mit dem man sich verbunden fühlt. Zum anderen gibt es aber auch die soziale Einsamkeit, die darauf hinweist, dass es einem grundsätzlich an sozialen Kontakten mangelt. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich junge Menschen viel öfter einsam fühlen als ältere Semester. Vielleicht ist dieser Umstand auch der Tatsache geschuldet, dass man sich im Laufe der Jahre und des Alleinseins einfach immer mehr und mehr die Einsamkeit gewöhnt.

Gefühl der Einsamkeit ist ein Warnsignal

Wenn wir Hunger verspüren, signalisiert uns der Körper das er Nahrung braucht. Fühlen wir uns einsam, dann weist uns unsere Seele daraufhin, dass sie den sozialen Kontakt zu anderen Menschen dringend braucht und auch vermisst. Der Mensch ist eben nicht dafür geschaffen in der Isolation zu leben. Soziale Kontakte sind seit Menschengedenken überlebensnotwendig, denn schon seit Urzeiten war es für den Menschen sehr wichtig, in der Gruppe zu leben und sich gegenseitig Schutz zu geben, um zu überleben, seine Gene vorzugeben und den Fortbestand der Menschheit weiterhin zu sichern. Einsamkeit schmerzt. Mithilfe von Hirnscannern haben Forscher herausgefunden, dass bei der Abweisung durch andere exakt die gleichen Regionen unseres Gehirns reagieren, wie bei körperlichem Schmerz.

Einsamkeit hat weitreichende Konsequenzen

Unter Einsamkeit leidet jedoch nicht nur die Seele, auch unsere geistigen Fähigkeiten können davon beeinträchtigt werden. Einsame Menschen haben oftmals Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit. Tieferes nachdenken strengt sie an, weswegen sie oftmals auch mit der Lösung von Problemen überfordert sind. Eine Langzeitstudie ergab zudem auch, dass Menschen mit ausreichend sozialen Kontakten auch eine längere Lebenserwartung haben als all jene, welche sich einsam fühlen. Das deutet darauf hin, dass sich Einsamkeit auch schädlich auf die Gesundheit auswirkt. Wer sich einsam fühlt, neigt eher zu einem ungesunden Lebensstil, zum Rauchen und Alkoholkonsum Übergewicht als Folge von Bewegungsmangel und Frustessen. Ebenso ist es erwiesen, dass Männer viel schlechter mit ihrer Einsamkeit zurecht kommen als Frauen.

Einsamkeit macht krank

Dauerhaft Einsame leiden häufig unter Erschöpfungssyndrom oder Entzündungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden. Einsame sind viel anfälliger für diverse Infektionskrankheiten und sie leiden sehr viel häufiger unter Stress- und Einschlafstörungen als Menschen, die sich innerhalb eines intakten sozialen Umfelds bewegen. Dazu sind sie sehr gefährdet, sich durch Alkoholkonsum oder eine fett- und zuckerreiche sowie ungesunde Ernährung ein kurzzeitiges Wohlgefühl zu verschaffen. Der Schlaf ist oft alles andere als erholend, einsame leiden sehr oft an Depressionen und letzten Endes steigt auch die Suizidgefahr.

Allerdings ist der Grad der Einsamkeit nur schwer messbar, da jeder Mensch ein individuelles Empfinden und unterschiedliche Ansprüche in Bezug auf seine sozialen Kontakte hat. Der eine braucht mehr Menschen um sich um glücklich zu sein, der andere eben weniger. Die Pein der Einsamkeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ebenso unterschiedlich fällt auch die Reaktion des einzelnen aus seiner Einsamkeit aus. Mitunter wird vermutet, dass die Anfälligkeit von Einsamkeit im Erbgut verankert ist. So kann es vorkommen, dass man sich isoliert und alleine fühlt, obwohl das objektiv betrachtet gar nicht der Fall ist.

Wege aus der Einsamkeit

Ein geselliger und kontaktfreudiger Mensch leidet nur selten an Einsamkeit. Einsame Menschen dagegen sind eher in sich gekehrt und begegnen anderen Menschen eher zurückhaltend und schüchtern. Das liegt daran, dass sie geprägt von ihren negativen Gedanken sind und bereits im Vorfeld schon damit rechnen, dass sowieso keine Wege aus der Einsamkeit führen und intensive Bemühungen, Verbindungen zu anderen herzustellen, bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt sind. Als Reaktion auf solch ein distanziertes Verhalten ziehen sich andere Menschen logischerweise zurück bestätigen somit das negative Selbstbild des Einsamen.

Im Endeffekt entsteht so ein Teufelskreis, aus dem man nur herausfinden kann, indem man ehrlich zu sich selbst ist, sein eigenes Verhalten analysiert und intensiv daran arbeitet, es zu ändern um Wege aus der Einsamkeit zu finden. Freunde gewinnt man nicht von heute auf morgen. Aus bekannten werden gute Bekannte, aus guten Bekannten werden Freunde, aus Freunden werden irgendwann gute Freunde und aus Bekannten, Freunden und guten Freunden wird dann schlussendlich der eigene Freundeskreis, den man sich irgendwann aufgebaut hat. Sich einen Freundeskreis aufzubauen ist logischerweise ein langwieriger Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt.

Introvertierten Menschen fällt es alles andere als leicht, auf andere Menschen zuzugehen und sich ihnen gegenüber zu öffnen. Eine Veränderung der eigenen Persönlichkeit und positiven hin geschieht ebenfalls nicht auf Knopfdruck. Auch von Rückschlägen, die zweifelsohne kommen werden, darf man sich nicht entmutigen lassen! Wenn man Wege aus der Einsamkeit finden will ist es enorm wichtig, dass man lernt, sich seinen Mitmenschen gegenüber zu öffnen und ihnen positiv zu begegnen.

Wer die Last der Einsamkeit abschütteln und Wege aus der Einsamkeit finden will, sollte damit schnellstens damit anfangen sein Selbstwertgefühl zu steigern und sukzessive sein eigenes Verhalten zu verändern. Auch wenn es hart klingt: wenn man einsam ist, sind nicht die anderen daran Schuld, sondern man selbst!

Tipps gegen Einsamkeit

1.) Wer sich einsam fühlt, verhält sich oftmals viel zu passiv. Darum ist es besonders wichtig, immerzu aus eigenem Antrieb den Kontakt und die Kommunikation zu anderen Menschen zu suchen, selbst wenn es sich dabei nur um etwas Smalltalk handelt.

2.) Wenn man jemanden sympathisch findet und Kontakt zu dieser Person aufbauen möchte, dann sollte man das auch einfach tun. Dabei sollte man nicht penetrant vorgehen und zwanghaft versuchen, eine Freundschaft aufzubauen, denn so würde man höchstens das Gegenteil erreichen. Sympathiepunkte sammelt man bei anderen Menschen hauptsächlich durch sein Verhalten. Positive Reaktionen verleihen einem dabei Mut und sie geben enorm viel Kraft, es weiterhin zu versuchen Wege aus der Einsamkeit zu finden und sich aktiv in die Gemeinschaft einzugliedern

3.) Einsamkeit schärft den Sinn für Wahrnehmung. Darum nehmen einsame Menschen Signale ihrer Mitmenschen viel besser wahr. Doch um Worte und Gesten auch richtig deuten zu können und angemessen darauf zu reagieren, ist es wichtig zu spüren, welche Beziehung aussichtsreich sein könnte und welche nicht. Oftmals spüren einsame Menschen tief in ihrem innersten ganz genau, mit wem sie eine Beziehung eine aufbauen können und mit wem nicht. Hierbei sollte der Fokus natürlich auf dem Erreichbaren liegen und nicht auf dem Unerreichbaren.

4.) Das Wichtigste ist jedoch, das man lernt, offen und freundlich auf andere Menschen zuzugehen. Das schafft man am besten mit einer positiven Grundeinstellung und einem freundlichen Auftreten. Eigentlich ist es ganz einfach: Menschen mögen eben nun mal positive, freundliche und optimistische Charaktere. Niemand hat gerne ein Trauerkloß zum Freund, der negativ ist und ständig nur über Probleme spricht und einen dabei permanent unterzieht. Wer sich sympathisch präsentieren will, sollte vom seinem Gegenüber möglichst wenig erwarten, dafür aber nur Gutes.