Warum verlieben wir uns aus wissenschaftlicher Sicht?

Selbst in Situationen, in denen der klare Verstand auszusetzen scheint, gibt sich unser Unterbewusstsein sehr vernünftig. Wenn wir in den Augen eines anderen den himmlischen Abglanz ewiger Leidenschaft entdecken und uns möglicherweise zu verlieben drohen, dann treffen die weniger affektiven Areale unseres Gehirns strategische Entscheidungen.

Davon ist unser Erleben jedoch genauso weit entfernt wie die Wissenschaft von der Romantik. Doch apropos Wissenschaft. Was sagt die denn dazu? Wie passiert Verliebtheit und warum verlieben wir uns eigentlich? Klar gibt es Antworten darauf, doch die sind höchst unromantisch und sehr ernüchternd.

Warum verlieben wir uns aus wissenschaftlicher Sicht?

Man hat sich verliebt, weil man von Amor`s Blitz getroffen wurde, von wegen! Man mag es kaum glauben, doch sich zu verlieben ist ein hormongesteuerter Stressanfall, der mitunter auch getrieben wird durch ganz einfache unbewusste Merkmale des Gesichtsausdrucks, der Gestik und Mimik, der Stimme und der Pheromone und Körpergerüche. Das meiste davon ist genetisch vorbestimmt und das gibt uns nicht nur die Antwort auf die Frage „Warum verlieben wir uns?“, sondern gleichzeitig auch auf die Frage „Warum verlieben wir uns ausgerechnet in diese oder jene Person?“

Wie immer: Die Gene sind dran schuld!

Verantwortlich dafür sind also mal wieder die eigenen Gene. Sie bestimmen weitestgehend über unser Leben und natürlich auch ob, wann und in wen wir uns verlieben. Im Prinzip folgen wir somit nur unserer Bestimmung. Viele Merkmale geben Aufschluss über Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit. Die Analyse dieser Merkmale dient nur einem einzigen Zweck: die eigene Art zu erhalten.

Ein Kuss bereitet uns viel Freude und großes Vergnügen, doch möglicherweise ist er nichts weiter als die quantitative Totalanalyse einer Speichelprobe? Verliebtheit empfinden wir als Glück, doch auch dieses Glück ist hausgemacht. Mithilfe der sogenannten Spiegelneuronen bildet das Gehirn den eigenen Körper und den des anderen in jedem Augenblick ab und steuert so – unsere Gefühle!

Körpersprachliche Merkmale werden daueranalysiert

Die Spiegelneuronen registrieren und senden die gesammelten Informationen für uns unbewusst an das Gehör weiter. Sie registrieren sehr viele körpersprachliche Merkmale, die wir bewusst gar nicht wahrnehmen oder überhaupt nicht wahrnehmen können. Menschen sind durch ihre Körpersprache stetig miteinander verbunden weil Teile unseres Gehirns uns ständig aneinander koppeln und uns spiegeln.

Beispiele gefällig: Ein Mensch gähnt, ein anderer gähnt mit. Man lacht über Witze, weil andere mitlachen. Warum verlieben wir uns also? Wir verlieben uns aus dem Grund, weil es die Mechanik unseres von diversen Erregungszuständen beeinflussten Gehirns samt seiner unermesslich komplizierten Schaltungen so will. Punkt. Vereinfacht gesagt: Liebe ist Kopfsache!