Trennung aus Angst was zu verpassen

Lebt man in einer langfristigen Beziehung, kehrt irgendwann der Alltag ein. Das ist völlig normal. Das gemeinsame Leben läuft in geregelten Bahnen ab und der Ablauf ist immer derselbe. Man kennt seinen Partner mit all seinen positiven und negativen Seiten ganz genau und ist mittlerweile vielleicht auch ein Stück weit desillusioniert. Das bedeutet aber nicht, dass man in seiner Beziehung unglücklich ist – allerdings fragt man sich auch, ob man wirklich glücklich ist?

Lange Beziehung und die Angst was zu verpassen

Also macht man sich Gedanken und fragt sich insgeheim: Was hält das Leben noch so für mich bereit? Es beschleicht ein seltsames Gefühl und man bekommt immer mehr Angst was zu verpassen. Die Zeit tickt ja bekanntlich unaufhörlich weiter. Das Leben wird immer kürzer und man selbst älter, wodurch sich die Chancen beim anderen Geschlecht oder einen Neuanfang nicht unbedingt verbessern. Ganz im Gegenteil! Man macht sich weitere Gedanken, über sich, seine Beziehung, sein Leben, seinen Partner … und fragt sich natürlich auch, ob der jetzige Partner eigentlich auch der richtige ist, oder ob es woanders mehr Glück zum Ernten gibt? Aus Angst was zu verpassen denkt man immer mehr über eine Trennung nach und erwägt einen Neuanfang.

Wie jeder weiß, hängt am Anfang einer Beziehung der Himmel immer voller Geigen. Man ist frisch verliebt, ist euphorisiert und alles ist wunderbar romantisch. Doch das ändert sich das im Laufe der Zeit. Irgendwann ist die Euphorie verflogen und mit ihr auch die Schmetterlinge im Bauch. Das Kribbeln auf der Haut hat aufgehört, der romantische Zauber ist ebenfalls weg. Der Alltag kehrt ein. Möglicherweise herrscht immer mehr Disharmonie in der Beziehung. Streitigkeiten häufen sich und der Sex wird immer seltener. Die negativen Seiten des Partners kommen immer mehr zum Vorschein und irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich die Frage „War`s das etwa schon?“ Man bekommt Angst was zu verpassen und denkt zwangsläufig immer mehr über eine Trennung nach.

Am Scheideweg angekommen

Denkt man immer mehr über eine Trennung nach und hat Angst was zu verpassen, dann ist man an einem Punkt angekommen, den man als Scheideweg in der Beziehung bezeichnen kann. Es wird Zeit, sich Gedanken zu machen und eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen. Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Gehen oder bleiben. Das ist eine schwere Entscheidung, die jeder für sich alleine treffen muss. Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich und bekanntlich auch seines eigenen Glückes Schmied. Allerdings schmieden sich die Menschen nicht nur Glück, sondern leider (unnötigerweise) auch viel Unglück. Das Leben zwingt uns eben immer wieder dazu wichtige Entscheidungen zu treffen. Und nicht alle können richtig sein.

Verliebt zu sein ist eines der intensivsten Gefühle überhaupt. Allerdings ist dieses Gefühl auch vergänglich. Verliebtheit steht lediglich am Anfang einer Beziehung und sie ist keine Konstante. Irgendwann weicht sie in einer Partnerschaft entweder der Desillusion und es kommt zur Trennung oder, wie es in einer gesunden Beziehung der Fall ist, man geht einen Schritt weiter und es entsteht eine tiefere Bindung zueinander und aus anfänglicher Verliebtheit wird Liebe. In einer Beziehung gibt es immer wieder Höhen und Tiefen, Rückschläge und Negativerlebnisse gehören dazu. Sind Paare gemeinsam durch „dick & dünn“ gegangen, dann schweißt das ungemein zusammen. Es entsteht Verbundenheit und Vertrauen, der gegenseitige Respekt wächst und mit ihm die Liebe. Will man das wirklich alles aufgeben, nur weil der Reiz des Neuen lockt?

Trennung aus Angst was zu verpassen: Chancen & Risiken

Eine Beziehung zu führen bedeutet auch, sich in Verzicht zu üben, Kompromisse einzugehen, Rücksicht aufeinander zu nehmen und mit seiner Seele in seinem eigenen, sowie im Körper des Partners zu leben. Man geht keinen eigenen Weg mehr, sondern beschreitet einen gemeinsamen Weg. Es kommt eben auch darauf an, was man aus seiner Beziehung macht. Läuft immer alles nach dem gleichen Schema ab, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn man sich in seiner Beziehung langweilt, der Monotonie entfliehen möchte und der Reiz des Neuen überwiegt. Doch wenn man ehrlich zu sich selbst ist, hat man das meistens auch ein Stück weit selbst zu verantworten, denn zu einer Beziehung gehören immer zwei.

Eine Trennung und ein Neuanfang bergen immer Chancen und Risiken in sich. Fühlt man sich in seiner Beziehung gefangen und unglücklich, dann ist es mit Sicherheit eine kluge und nachvollziehbare Entscheidung diese zu beenden und einen Neuanfang zu wagen. Doch wenn die Angst was zu verpassen der hauptsächliche Grund ist, warum man über eine Trennung nachdenkt, dann sollte man sich Gedanken machen, ob man wirklich das alles aufgeben möchte, was man sich mit seinem Partner über Jahre hinweg gemeinsam aufgebaut hat, nur weil der Reiz des Neuen lockt? Garantien gibt es in der Liebe bekanntlich nich. Und wer sagt denn, dass es beim nächsten Mal (auf Dauer) wirklich besser wird?