Krankhafte Eifersucht und was man dagegen tun kann

Die Eifersucht ist ein Gefühl, dass man nicht kontrollieren kann. Sie kann einem nicht nur die Freude am Verliebtsein verderben. In extremem Maße hat krankhafte Eifersucht erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und kann sogar die Beziehung vollends ruinieren. Eifersucht ist die Angst, jemanden den man liebt, an jemanden anderen zu verlieren.

So gesehen ist Eifersucht auch etwas ganz Normales. Sie ist Quasi die logische Konsequenz der Liebe. Etwas eifersüchtig zu sein ist ja auch vollkommen normal. Krankhafte Eifersucht hingegen ist alles andere als normal und eine immense Zerreißprobe für jede Beziehung.

Empfindet man starke Eifersucht, beeinträchtigt dieses Gefühl das eigene Selbstwertgefühl. Es entstehen Misstrauen und negative Gefühle. Doch warum sind wir eigentlich eifersüchtig? Eifersüchtig sind Männer und Frauen schon seit Menschengedenken und das aus unterschiedlichen Gründen.

Schon in der Steinzeit hatten Männer die Befürchtung, dass ihre Frau Sex mit anderen Männern haben könnte. Das entspräche so gar nicht ihrem Fortpflanzungsgedanken. Schließlich wollen sie ja eigenen Nachwuchs aufziehen. Frauen hingegen ist die emotionale Treue wichtiger. Sie wollen einen Partner, der bei ihnen bleibt, sie beschützt und die Familie ernährt.

Etwas Eifersucht ist durchaus normal

Betrachtet man die Geschichte und die Evolution der Menschheit, gehört die Eifersucht sozusagen zur biologischen Grundausstattung von uns Menschen. Das hat durchaus auch seinen Sinn.

Eifersucht schützte Männer vor Kuckuckskindern und Frauen vor dem Hungertod. Ein gewisses Maß an Eifersucht ist also normal. So zeigt man dem Partner, dass einem die Beziehung wirklich wichtig ist und gleichermaßen hilft sie uns dabei, unsere Interessen zu schützen.

Beschäftigt man sich jedoch ständig damit, ob der Partner einen betrügt und krampfhaft nach Beweisen sucht, dann stimmt etwas nicht. In diesem Fall spricht man von übertriebener oder möglicherweise sogar schon von krankhafter Eifersucht. Menschen, die sich selbst nicht sonderlich attraktiv finden und an einem geringen Selbstwertgefühl leiden, neigen erwiesenermaßen eher zur Eifersucht.

Sie werden stärker von Verlustängsten geplagt als andere. Die Ursachen für krankhafte Eifersucht können aber auch eine depressive Symptomatik, zu starke Fixierung auf den Partner und damit verbundene Verlustängste,  schlechte Erfahrungen aus vorangegangenen Beziehungen oder aber in der Kindheit liegen.

Möglicherweise hatte man bereits in der Kindheit ein Erlebnis, das starke Eifersucht auslöste, beispielsweise die Geburt eines Geschwisterchens, wodurch man sich von den Eltern plötzlich zurückgesetzt fühlte. Allerdings ist Eifersucht unter Kindern völlig normal und gut für die Persönlichkeitsentwicklung, solange sie im üblichen Rahmen bleibt.

Unterschiedliche Arten von Eifersucht

Verhält sich ein Partner plötzlich sehr verdächtig und äußerst merkwürdig und gibt seinem Partner somit allen Anlass zum Misstrauen, ohne dass die Untreue jedoch bewiesen ist, versetzt er durch sein Verhalten seinen Partner in eine ständige Unruhe. In diesem Fall ist die Eifersucht begründet und eine vollkommen logische und nachvollziehbare Konsequenz seines Verhaltens. Und dann gibt es noch die vollkommen unbegründete, sprich krankhafte Eifersucht. Diese entsteht aufgrund vollkommen irrationaler Gedankengänge und ohne jeden ersichtlichen Grund.

Beide Fälle sind jedoch sehr belastend und können sogar derartige Ausmaße annehmen, dass beide Partner ihren Alltag nicht mehr richtig meistern können, weil sich alle Gedanken, Handlungen und Gespräche nur noch um den eventuellen Betrug drehen und dieses zum zentralen Thema in der Beziehung wird. Die schlimmste Form der Eifersucht kann beim betroffenen Partner krankhafte Züge annehmen. Im extremsten Fall entstehen bei krankhafter Eifersucht nicht nur wirre Gedanken, sondern sogar überaus starke Hass- und Rachegefühle dem Partner gegenüber.

Krankhafte Eifersucht therapieren

Krankhafte Eifersucht ist ein Wahn und die Überzeugung eines Wahnkranken ist auch durch Klärungsversuche nur selten korrigierbar. „Es ist so und nicht anders“, obliegt er einer Fehleinschätzung, wird er sich selten davon distanzieren und ohne Hilfe von außen kaum aus seinen eigenen Gedankenspiralen wieder herausfinden. Es ist so, wie es ist: Gewinnen bei extrem eifersüchtigen Menschen die Gefühle, Phantasien und Gedanken über den Verstand die Oberhand, ist schnell kein Platz mehr für vernünftige Gedanken.

Wird die krankhafte Eifersucht eines Partners zum Problem, so sollte man zunächst versuchen offen mit dem Partner darüber zu sprechen und die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche an die Beziehung zu klären und gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen. Den Partner zu animieren, sich psychotherapeutische Hilfe zu suchen, um seine krankhafte Eifersucht in den Griff zu bekommen, wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.