Die Verlustangst in der Beziehung überwinden

Verluste sind schmerzhaft aber sie gehören zum Leben dazu. Es gibt keinen Menschen, der sich über Verluste freut, doch manche haben regelrecht Panik und eine riesengroße Angst davor, beispielsweise den Partner zu verlieren. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem Thema Verlustangst in der Beziehung und wie man lernen kann, am besten damit umzugehen.

Wie definiert sich die Verlustangst in der Beziehung

Man muss akzeptieren, dass man sich nicht gegen alles im Leben wappnen kann. Verluste sind ein unumgänglicher Bestandteil des Lebens. Man kann sie nicht umgehen, denn sie gehören einfach dazu. Auch wenn es einem nicht gefällt, man kann es sich nicht aussuchen. Darum sollte man lernen, mit Verlusten zu leben und sie zu akzeptieren. In der Regel tun das die meisten Menschen auch. Mit dem Unterschied, dass sie sich mit dem Verlust erst dann auseinandersetzen, wenn er tatsächlich eingetreten ist, beispielsweise wenn man trauert, weil der Partner einen verlassen hat.

Bei manchen Menschen ist das jedoch grundlegend anders. Sie versetzen sich schon vorab selbst in Angst und Panik über einen (möglicherweise drohenden) Verlust, der jedoch nicht eingetreten ist. Verlustängste in der Beziehung gehören zu den häufigsten Verlustängsten. Je intensiver die Gefühle dem Partner gegenüber sind, desto stärker sind die Verlustängste. Irgendwo ist das auch nachvollziehbar. Was man liebt, will man ja schließlich auch behalten und nicht wieder verlieren.

Allerdings ist die Verlustangst in der Beziehung sehr kontraproduktiv und alles andere als ein Liebesbeweis. Schlussendlich begünstigen Verlustängste Misstrauen und Eifersucht in immensem Maße, dazu gesellen sich häufig auch das ungeliebte Klammern am Partner und der Kontrollzwang. Alles Faktoren, die reines Gift für die Beziehung sind und als wahre Beziehungskiller bekannt sind. Die Verlustangst schadet mehr als sie nutzt und man erreicht höchstens das Gegenteil damit.

Wie entsteht Verlustangst in der Beziehung?

Verlustangst entsteht häufig dann, wenn sich ein Partner in den eigenen Augen als minderwertig im Vergleich zum anderen sieht. Wenn man Angst hat, nicht attraktiv genug für den Partner zu sein und der Meinung ist, die Konkurrenz sieht ja eigentlich viel besser aus und müsste folglich auch für den Partner viel interessanter sein als man selbst, dann entstehen logischerweise Verlustängste, deren Nährboden also eigentlich nur das mangelnde Selbstbewusstsein eines Menschen ist. Aber nicht nur!

Möglicherweise hat die starke Verlustangst in der Beziehung, wie viele andere Ängste auch, ihren Ursprung in der Kindheit eines Menschen. Vielleicht wurde man als Scheidungskind beispielsweise vom Vater verlassen oder von der Mutter so über behütet, dass man als Erwachsener das Gefühl hat, immer auf andere Menschen angewiesen zu sein? Häufig entshet die Verlustangst in der Beziehung auch aus negativen Erfahrungen aus vorangegangenen Beziehungen. Wurde man von jemandem verlassen, den man sehr geliebt hat, ist das natürlich sehr schmerzhaft. Folglich hat man natürlich Angst, das wieder erleben zu müssen.

Also tun Menschen mit Verlustängsten alles mögliche, um einem Verlassen-werden vorzubeugen. Sie misstrauen ihrem Partner und kontrollieren diesen auf Schritt und Tritt. Sie verfahren nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ – das mag ja stimmen, trifft in Beziehungsfragen jedoch keineswegs zu. Aus Angst verlassen zu werden klammern viele am Partner und engen diesen immer mehr ein. Aufgrund ihrer Unsicherheit fordern sie permanente Liebesbeweise- und Treue-Eide oder sie passen sich so an, wie sie glauben dass der Partner sie gerne haben möchte und geben dabei ihre eigene Persönlichkeit nahezu komplett auf. In sehr extremen Fällen von Verlustangst in der Beziehung greifen manche sogar zum allerletzten Mittel, und drohen ihrem Partner im Falle einer Trennung mit Selbstmord und damit, sich umzubringen.

So kann man die Verlustangst in der Beziehung überwinden

Generell kann man sagen, das Menschen mit immenser Verlustangst in der Beziehung ein zu geringes Selbstwertgefühl besitzen, darüber hinaus schätzen sie ihre Fähigkeit, alleine zu leben und auch ohne den Partner zurecht zu kommen, als zu gering ein. Auch wenn man diesbezüglich negative Erfahrungen gemacht hat, bedeutet das nicht, dass das immer wieder so sein muss. Man muss einfach damit aufhören, ständig nach Hinweisen zu suchen, die besagen, dass der Partner einen verlassen will. Stattdessen sollte man sich lieber über die Beweise freuen, die verdeutlichen, dass der Partner einen liebt!

Auch sollte man sein eigenes Verhalten überprüfen. Fordert man möglicherweise ein zu hohes Maß an Bestätigung und klammert an seinen Partner so sehr, dass man sie vielleicht mitunter genau aus diesen Gründen immer wieder vertreibt? Generell ist es sehr hilfreich, an seinem Selbstbewusstsein zu arbeiten und sein Selbstwertgefühl zu stärken. Das hilft einem nicht nur bei der Verlustangst in der Beziehung enorm weiter, sondern darüber hinaus auch in jeder anderen Lebenslage. Man muss sich zunächst einmal selbst lieben lernen, um für andere liebenswert zu sein. Man muss lernen, selbstständiger und unabhängiger zu leben und sein Leben selbst in die Hand nehmen. Das Wissen um die eigene Stärke mildert einfach das Bedürfnis nach Halt durch andere. Schafft man den Weg nicht alleine, ist der Gang zum Psychotherapeuten sehr ratsam.