Ursachen von Hassliebe: Wenn sich Hass & Liebe abwechseln

Als Hassliebe bezeichnet man eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die nicht richtig miteinander, aber irgendwie auch nicht ohneeinander können. Unter einer Hassliebe versteht man im Prinzip eine starke emotionale Beziehung zu jemandem, bei der sich Zuneigung und Abneigung immer mal wieder abwechseln.

Natürlich klingt es überaus seltsam, wenn die Gefühle plötzlich von einem Extrem ins andere wechseln. Mal ist es Liebe und dann wieder Hass, zwei immens starke, aber vollkommen unterschiedliche Gefühle. Doch wie kann es dazu kommen?

Definition Hassliebe

Hassliebe ist ein Begriff, der jedem zumindest geläufig sein müsste. Was jedoch Hassliebe wirklich ist, kann man jedoch nur dann wirklich verstehen, wenn man sie zuvor selber erlebt hat. Es ist eine Erfahrung, die man besser nicht machen sollte. Hassliebe ist das, was das Wort schon sagt. Es ist die Bezeichnung für die gestörte Beziehung zwischen zwei Menschen, bei der sich Liebe & Hass in schöner Regelmäßigkeit abwechseln.

Nein, normal ist das nicht, denn ein so starkes Gefühl wie Hass dem Partner gegenüber hat in einer gesunden Beziehung absolut nichts zu suchen. So eine Beziehung ist zutiefst unvollkommen und letzten Endes gestört. Viele Paare sehen das jedoch offensichtlich anders.

Solange man verliebt ist, erscheint alles perfekt. Aber diese scheinbare Vollkommenheit wird bald gestört, wenn Streit, Konflikte, Unzufriedenheit, emotionale oder sogar körperliche Gewalt immer häufiger passieren. Aus Liebe wird Hass, aus Hass wird wieder Liebe und dann wiederum Hass, es geht immer so weiter.

Wie auf Knopfdruck verwandelt sich die Liebe plötzlich in heftige Angriffe, Feindseligkeiten oder in Liebesentzug. Das wird für normal gehalten. Für eine gewisse Zeit, ein paar Monate oder Jahre, schwenkt die Beziehung zwischen den beiden Polen Liebe & Hass hin und her. Sie bringt Lust und Schmerz zu gleichen Teilen.

Wenn die Emotionen überkochen, wird oftmals wird nicht nur verbal ausgeteilt, bei extremer Hassliebe schrecken die Partner oftmals selbst vor der Anwendung körperlicher Gewalt nicht zurück. Eine glückliche Beziehung sieht definitiv anders aus, doch irgendwie finden Betroffene keinen Mittelweg. Sie wissen sehr wohl, dass in ihrer Beziehung so ziemlich alles im Argen, wenn nicht sogar in Trümmern, liegt.

Dennoch halten sie weiter an ihrer Beziehung fest. Warum? Es ist nicht ungewöhnlich, dass Paare von diesen Zyklen abhängig werden. Ihre Beziehung ist das reinste Drama, doch es gibt ihnen das Gefühl von Lebendigkeit.

Wie entsteht Hassliebe?

Die Psychologin Margaret Clark von der renommierten Yale Universität beschäftigte sich mit dem Phänomen der Hassliebe etwas genauer. Ihre sieben Einzelstudien ergaben ein relativ banales aber eindeutiges Ergebnis: Hassliebe entsteht schlichtweg durch mangelndes Selbstbewusstsein!

Menschen mit niedrigem Selbstvertrauen haben Schwierigkeiten damit, die Persönlichkeit ihres Partners als eine Mischung aus positiven und negativen Charaktereigenschaften zu sehen. An guten Tagen wird der Partner idealisiert und geliebt, an schlechten Tagen wird alles Schlechte und Negative auf den Partner projiziert. Es gibt nur Schwarz oder Weiß und kein Grau dazwischen.

Allerdings lässt sich auch nicht alles Negative auf mangelndes Selbstbewusstsein zurückführen, das wäre auch  zu einfach. Hassliebe wird begünstigt durch mehrere Faktoren. So kann es beispielsweise sein, dass zwei Partner einfach eine viel zu unterschiedliche Auffassung von einer Beziehung haben.

Einer engt den anderen vielleicht zu sehr ein oder setzt ihn zu sehr unter Druck. Möglicherweise spielt auch die Erziehung eine Rolle? Ist man als Kind sich hassliebender Eltern aufgewachsen, ist es nicht verwunderlich, wenn man Hassliebe als normal erachtet und später selber so lebt.

Wenn sich zwei Menschen lieben und dennoch in der Partnerschaft einfach nicht miteinander können, dann liegt es womöglich auch einfach daran, dass sie charakterlich einfach nicht zueinanderpassen. Sind beide Partner ausgesprochen sture, unnachgiebige, impulsive und jähzornige Charaktere, dann birgt so eine Beziehung natürlich immenses Konfliktpotenzial in sich und das kann einfach nicht funktionieren.

Wie löst man das Problem Hassliebe?

Im Prinzip kann man ganz einfach herausfinden, ob man mit einem Menschen glücklich werden kann oder nicht. Jeder Mensch hat eine Persönlichkeit und die setzt sich aus einer Vielzahl positiver als auch negativer Charaktereigenschaften zusammen. Niemand ist perfekt aber vermutlich auch nicht gänzlich schlecht.

Hierbei sollte man sich die Frage stellen, ob man einen Menschen mit all seinen negativen Charaktereigenschaften so akzeptieren kann, wie er eben ist. Man kann andere Menschen nicht ändern, doch man kann sich ändern und beispielsweise toleranter werden.

Der Mensch ist auch nicht dafür geschaffen, alleine zu sein. Möglicherweise ist es genau diese Angst, die Menschen davor abhält, ihre eigentlich unglückliche Beziehung zu beenden und einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Manchmal ist es aber auch einfach die Gewohnheit und die Angst vor dem Ungewissen. Wie dem auch sei – Hassliebe führt früher oder später ins Verderben.

Auch wenn man sich das Gegenteil erhofft, in der Regel wird die Beziehung mit der Zeit nicht besser, im Gegenteil. Hass & Liebe wechseln sich ab, doch leider nicht zu gleichen Teilen. Denn mit der Zeit werden die negativen Intervalle immer häufiger und der gegenseitige Respekt und die Wertschätzung füreinander immer geringer. Wohin das führt, kann man mich ganz leicht selber ausrechnen. Alles was auf Dauer nicht glücklich macht, macht irgendwann unglücklich!